19.01.2017

Neujahrsempfang der Gemeinde Oberthal

 

Die Präsentation der Imweiler Wies finden Sie als PDF-Datei am Ende des Textes.







 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

 

es war in der Tat beeindruckend, wieviel interessierte Bürgerinnen und Bürger aus unserer Gemeinde in der vergangenen Woche meiner Einladung zum Neujahrsempfang in der Bliestalhalle gefolgt sind. Es ist eine schöne Tradition, zum Jahresbeginn einen Neujahrsempfang in einem solch großen Kreis von Menschen, die sich unserer Gemeinde verbunden fühlen, zu pflegen, sich auszutauschen und auf ein gutes Jahr für uns alle – und auch für unsere Gemeinde Oberthal – anzustoßen. Die Teilnahme von so vielen geladenen Gästen und interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern hat auch unser Überlegungen, die Vorstellung des Projektes „Revitalisierung Imweilerwies“ in diesem Rahmen den interessierten Besuchern vorzustellen, als gelungen und richtig bestätigt.

 

Rückblick und Ausblick, das sind die klassischen Inhalte einer Rede beim Neujahrsempfang. Der Rückblick auf das Jahr 2016 hat noch einmal deutlich gemacht, dass der Landkreis St. Wendel und die Kommunen im Landkreis St. Wendel gut und effektiv zusammenarbeiten. Wir haben im vergangenen Jahr alle Facetten und Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit gemeinsam mit Vertretern des Innenministerium, Landrat und Bürgermeistern, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung, gemeinsam mit den kommunalpolitisch Verantwortlichen in Kreistag und Kommunen beraten und haben Mitte ein Dezember ein Ergebnis präsentiert, auf dem sich zukünftig aufbauen lässt. Darüber hinaus haben  der Landkreis und die Kommunen des Landkreises St. Wendel mit dem einstimmig verabschiedeten Kreisbäderkonzept auch ein landesweites Signal gesendet. Eine kleine Kommune wie Oberthal  kommt ohne den Blick über die eigenen Grenzen hinaus nicht aus; eine kleine Kommune braucht vielfältige Kontakte auf wirtschaftlicher, politischer und ganz persönlicher Ebene. Es ist noch nie so geblieben, wie es mal war. Auch deshalb ist eine so enge und konstruktive  Zusammenarbeit mit dem Landkreis und unseren Nachbarkommunen hier im Kreis St. Wendel erforderlich und auch für alle Beteiligten sinnvoll und von Vorteil.

 

In finanzieller Sicht kann die Gemeinde Oberthal zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken, denn das Jahresergebnis für 2016 wird deutlich besser als im Plan vorgesehen sein. Beispielhaft für die gute Entwicklung habe ich hier die Einnahmen an Gewerbesteuern von insgesamt 947.000 € in meiner Neujahrsrede angeführt gegenüber ursprünglich geplanten Einnahmen von lediglich 621.000 €. Erfreulich ist auch, dass es auf der Aufwandsseite keine Überschreitungen gibt, so dass sämtliche Mehreinnahmen sich voll und ganz positiv auf das Jahresergebnis für das Jahr 2016 auswirken. Auch der Windpark Oberthal ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich ein solches Projekt in finanzieller Hinsicht positiv für eine Kommune auswirkt.  Zusammen mit der schon erhaltenen jährlichen Vorauszahlung (35.000,-- € Mindestpacht pro Windkraftanlage = 140.000,-- €) können für 2016 insgesamt mehr als 200.000 € an Pachteinnahmen im Haushalt der Gemeinde Oberthal  vereinnahmt werden. Außerdem ist die Windpark Oberthal GmbH mittlerweile einer der größten Gewerbesteuerzahler (im Jahr 2016 fast 82.000 €) und zu diesen Geldern ergänzend hinzu kommt für unsere Gemeinde Oberthal noch als Mitgesellschafter der GmbH eine Gewinnausschüttung für das Jahr 2016 von 25.000 €. Der gesamte Einnahmebetrag für die Gemeinde Oberthal für das Jahr 2016 an diesem „Baustein Windpark Oberthal“ beläuft sich damit auf die stolze Summe von fast 310.000,-- €.

Solche Einnahmen sind wichtig für unsere Gemeinde Oberthal, für die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde, denn hierdurch schaffen wir als Haushaltssanierungsgemeinde auch die notwendigen wirtschaftlichen Freiräume, um an anderer Stelle Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger bereitstellen oder auch aufrechterhalten zu können.

 

Neben den baulichen Maßnahmen in der Imweilerwies in Oberthal liegen die wichtigsten Investitionen im Jahre 2017 im Bereich „Kinder und Jugend“. Es ist davon auszugehen, dass wir im Grundschulbereich in den kommenden Jahren aufgrund der Schülerzahlen voraussichtlich jeweils drei Eingangsklassen einschulen können. Auch aufgrund der stetigen Nachfrage im Bereich der freiwilligen Nachmittagsbetreuung sind wir gefordert, räumliche Erweiterungen am Gebäude vorzunehmen. Wir möchten den Grundschulstandort Oberthal deshalb fit machen für die Zukunft und haben uns im Gemeinderat bereits in der Sitzung im Herbst 2016 darauf verständigt, im Jahre 2017 bauliche Veränderungen vorzunehmen und durch Aufstockung auf dem Gebäudekomplex der Gymnastikhalle hier die zusätzlich erforderlichen Raumangebote zu verwirklichen. Im Verlauf des Schuljahres 2017/2018 soll dieses Bauprojekt umgesetzt werden. Auch in der Kindertagesstätte in Güdesweiler werden wir zusätzliche Betreuungsplätze anbieten können. Für die Gruppe der 3 – 6 Jährigen werden wir durch kleinere bauliche Maßnahmen bereits ab dem Monat Februar 13 Betreuungsplätze mehr bereitstellen. Im Jahre 2018  beabsichtigen wir in der Kindertagesstätte in Güdesweiler durch eine größere Umbaumaßnahme auch noch im Krippenbereich zusätzlich 10 Plätze für die Altersgruppe bis zu 3 Jahre einzurichten.

 

Kommune bedeutet auch Gemeinschaft. Ich bin sehr froh, dass sich in unserer „Gemeinschaft  Oberthal“ viele Bürgerinnen und Bürger in die Angelegenheiten unserer Gemeinde einbringen, sich bürgerschaftlich für Ziele, die ihnen wichtig sind, sowie für ihre Mitmenschen oder für das Gemeinwohl engagieren. Vieles von dem, was das Leben in Oberthal attraktiv macht, beruht auf Initiativen und dem Einsatz der Menschen hier im Ort. Sie alle tragen auf ihre ganz individuelle Weise dazu bei, dass die Gegenwart und die Zukunft unserer Gemeinde von uns gemeinsam gestaltet werden kann. Jeder hat seinen ganz wichtigen Platz in unserer Gesellschaft. Ohne diese großen und kleinen Zahnräder kann das große Ganze, das Getriebe unserer Gesellschaft nicht funktionieren. Es darf kein einziges Rädchen fehlen.

 

Ein Beispiel gefällig für großes ehrenamtliches Engagement in unserer Gemeinde:

 

35 Jahre lang, nämlich seit Dezember 1981 ununterbrochen bis zum Ende des Jahres 2016 als Naturschutzbeauftragter für den Ortsteil Oberthal und ab Mai 2006 auch noch für den Bezirk Güdesweiler tätig, durfte ich vergangene Woche Herrn Sylvester Hans, der am 1. Januar diesen Jahres sein 88 Lebensjahr vollendet hat, aus diesem Amt „in den Ruhestand“ verabschieden. Sylvester  Hans war und ist stets interessiert an seiner Heimatgemeinde Oberthal , an der Schönheit unserer Natur und er hat für dieses Amt nicht nur ein großes Interesse und Leidenschaft mitgebracht, er besitzt auch die erforderlichen menschlichen Qualitäten, um ein solches Amt bekleiden zu können. Beeindruckend ist sicherlich auch sein sehr breit gefächertes Fachwissen um all die Themenbereiche, für die er als Naturschutzbeauftragter zuständig war. Auch von dieser Stelle aus möchte ich Herrn Sylvester Hans nochmals ganz herzlich danken für die jahrzehntelange Bereitschaft dieses Ehrenamt so engagiert auszuüben.

 

 

Der Neujahrsempfang am vergangenen Donnerstag war dann auch der passende Rahmen für die Vorstellung unseres Projektes „Revitalisierung Imweilerwies“. Nach fast fünf Jahren intensiver und teilweise auch sehr mühevoller Arbeit, unzähligen Gesprächen und Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, Mitarbeiter aus den verschiedenen Ministerien und externen Fachleuten war es endlich soweit, dass ich nunmehr gemeinsam mit unseren Partnern aus den beauftragten Planungsbüros das Ergebnis dieser Arbeit vorstellen durfte. Nach den einleitenden Erläuterungen zu diesem Projekt durch den Projektleiter, Herrn Hugo Kern, vom Planungsbüro Kern in Illingen, der an dieser Stelle auch die außerordentlich positive Entwicklung der Gemeinde Oberthal nochmals hervorhob,  war es zunächst Herrn Dr. Thomas Kreiter vom Unternehmen „LP Engineering Deutschland GmbH aus Trier“ vorbehalten, uns wichtige Informationen zum Themenbereich Hochwasserschutz und dem Aufbau sowie der Funktion des Hochwasserdammes und des Regenrückhaltebeckens zu vermitteln. Durch das Gelände der ehemaligen Bauunternehmung Weber wird auch eine komplett neue Bachverrohrung verlegt und dafür sorgen, dass jetzt noch vorhandene Problembereiche (teilweise laufen Verrohrungen mit einem relativ geringen Durchmesser unter den Hausanwesen in der Poststraße) zukünftig der Vergangenheit angehören. Durch die jetzt geplante bauliche Maßnahme, die von Herrn Paul Usner, verantwortlicher Ingenieur bei WVW GmbH in St. Wendel detailliert erläutert wurde, bleibt uns auch künftig eine sehr teure Baumaßnahme durch die Bahnhofstraße und die Poststraße (beginnend vom Bereich Landhotel Rauber bis an die vorhandene Bachverrohrung am Brückbachplatz) erspart. „Revitalisierung Imweilerwies“ steht auch für den Themenbereich Tourismus. Mit dem Bau eines drei Meter breiten Rad- und Wanderweges, beginnend vom Einmündungsbereich in der Poststraße durch die gesamte Imweilerwies hindurch bis hin zur Bahnhofstraße, wird die Anbindung zum Wendelinusradweg geschaffen und gleichzeitig gelingt uns damit, wie von Herrn Herbert Lengert vom Ingenieurbüro Lengert in Tholey vorgestellt, hier auch die Schaffung eines attraktiven Verbindungsweges, der den Ortsteil Gronig barrierefrei direkt mit der Ortsmitte von Oberthal verbindet.

 

Mit großer Spannung erwarteten dann die Besucher die Präsentation und die Vorstellungen über den landschaftsplanerischen Baustein in diesem Projekt. Herr Luca Kist, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner vom Büro HDK Dutt & Kist aus Saarbrücken hat diesen Part souverän den interessierten Besuchern präsentiert und die jeweiligen Abschnitte in der Imweilerwies und im Areal Weber sehr ausführlich und anschaulich erklärt. Herr Kist hat an diesem Abend auch deutlich aufgezeigt, dass es bei solch einer Planung ungemein wichtig, den örtlichen Bezug und die örtlichen Besonderheiten von Anfang an mit zu bedenken und in die Überlegungen einzubeziehen. Mit Oberthal untrennbar verbunden ist sicherlich für viele von uns das Thema „Rötel“ und diesem Themenfeld hat das Büro „Dutt & Kist“ einen breites Spektrum an Ideen im Projekt eingeplant und so findet letztlich der Betrachter später in allen Abschnitten des Projektes konkrete Beispiele für den Bezug und die Verbindung zum Rötelstein. Bei dem insgesamt drei Meter breiten Radweg wird in 2,50 Meter Breite der Ausbau in Asphalt ausgeführt werden. Hinzu kommt ein 50 Zentimeter breites Betonband, ein „Rotes Landschaftsband“ , das mit dieser typischen Rötelfärbung als Kontrast zu dem schwarzen Asphalt und gleichzeitig als Hinweis und als direkter Bezug zum Rötelstein und zu Oberthal den gesamten Weg säumen wird.

 

In der Wiesenaue der Imweilerwies werden zwei verschiedene Aufenthaltsbereiche zu den Themen „Ruhe und Rast“ sowie „Beobachten“  geschaffen. In dem ersteren Aufenthaltsbereich befindet sich direkt angrenzend an den Radweg eine größere Platztasche; hier werden eine große hölzerne Sonnentreppe und passend dazu auch aus Holz geschaffene Ruhebänke und Tische den Besucher zu einer Rast einladen. In der zweiten geplanten Platztasche wird sich das rote Landschaftsband zu einem Landschaftsfenster und einer großen Wiesenschaukel in die Höhe erheben und anschließend wieder bodengleich entlang des Weges fortgeführt.

 

Der gesamte Wegeabschnitt des geplanten Radweges wird bis zum Einmündungsbereich in der Poststraße von einer Baumallee gesäumt. Hier hat man sich in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden auf die Anpflanzung von Traubenkirschen, einer heimischen Baumart, entschieden. Dieser Baum fällt insbesondere auch im Frühjahr durch seine großen Blütenstände und seine Blütenpracht auf und wird darüberhinaus auch für Bienen und Insekten Anziehungspunkt sein; er gilt als sogenannte „Bienenweide“. Im ehemaligen Webergelände wird das Thema Wasser aufgegriffen und einen großen Stellenwert erhalten. Ein cirka 300 Quadratmeter großer Wassergarten, Sitzgruppen zum Ausruhen oder zum Beobachten, Grünflächen wo auch noch Platz für verschiedene Spielgeräte ist und große Vitrinenflächen, die Raum und Platz für interessente Präsentationen und Ausstellungen bereithalten – eine große Vielfalt an Möglichkeiten soll in diesem Grundstücksareal künftig beheimatet sein.

 

Der Zeitraum, in welchem all diese einzelnen Bauabschnitte umgesetzt werden sollen, wird voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen. Wenn die Witterungsbedingungen es zulassen, sollen bereits in den kommenden Tagen die ersten Bagger anrücken. Mit der Biotop-Verlagerung und der Anlegung einer Baustraße durch die Imweilerwies ist die Baufirma Backes aus Theley bereits beauftragt worden. Durch diese Baustraße, die von der Bahnhofstraße aus in die Imweilerwies führt, soll auch erreicht werden, dass – soweit möglich – Zulieferungen und Abtransporte hierüber ausgeführt werden und damit die Ortsmitte von Oberthal durch den Baustellenverkehr möglichst entlastet wird. Bei der Erneuerung der Bachverrohrung ist es allerdings unumgänglich, dass für einen gewissen Zeitraum auch der Bereich - beginnend von der Bäckerei Conrad bis hin zur Kreissparkasse St. Wendel/Beginn Brückbachplatz - für die Baumaßnahmen in Anspruch genommen wird und dann hier auch eine Vollsperrung und eine Umleitung durch das Brühlzentrum erfolgt. Mit diesen Maßnahmen wird allerdings erst in diesem Frühjahr – auf jeden Fall nach dem Töpfermarkt am ersten Maiwochenende – begonnen werden können.

 

 

Ortskern Oberthal – Imweiler Wies – Ihr Investitionsstandort

Mit dem Entwicklungsprojekt „Revitalisierung Imweilerwies“ schaffen wir an der Nahtstelle zwischen Ortskern und Imweilerwies eine interessante und attraktive Baulücke, denn neben den vorbeschriebenen, von der Gemeinde durchgeführten Baumaßnahmen in dem insgesamt 6000 Quadratmeter großen Areal Weber verbleiben noch ca. 3000 Quadratmeter freie Grundstücksfläche, zentrumsnah und doch mitten im Grünen.

 

Für diesen interessanten Standort suchen wir einen Investor mit einem zukunftsfähigen Nutzungskonzept, welches den Ortskern Oberthal in seiner Attraktivität als Wohn- bzw. Versorgungsstandort stärkt. Die Gemeinde bevorzugt an diesem Standort mischgebietstypische Nutzungen, insbesondere Wohnen und/oder Dienstleistungen (z. B. gesundheitstypische Nutzungen und auch Angebote im gastronomischen Bereich). Vor diesem Hintergrund hat sich die Gemeinde Oberthal entschieden, eine unverbindliche Interessenbekundung durchzuführen. Hier werden wir in den nächsten Wochen intensiv in die Bewerbung dieses Projekt einsteigen. Die Gemeinde Oberthal hat im Zentrum des Hauptortes in den vergangenen Jahren eine äußerst erfolgreiche Ortskernsanierung betrieben und kann ohne Zweifel als Modellprojekt für den erfolgreichen Umbau einer Ortsmitte herausgestellt werden. Oberthal ist heute lebendig, funktions- und zukunftsfähig. Ich bin gespannt auf den demnächst beginnenden Investorenwettbewerb und freue mich auf sicherlich viele interessante Investorenvorschläge für unsere Gemeinde Oberthal.

 

Ihr

Stephan Rausch

Bürgermeister

 

 

Präsentation der Imweiler Wies als PDF-Datei